Weckworte – der Namen ist Programm!

Wenn nach einem drei stündigen Workshop die Gesichter der Teilnehmenden so strahlen, dann kann diese Fortbildung wohl keine ermüdende gewesen sein! Trägt der Workshop den Namen WECKWORTE, darf man davon ausgehen: Der Name ist Programm! Am 20. Juni 2025 erwartete Lars Ruppel 25 Auszubildene der AfP-Akademie für Pflege gGmbH – Hamburg im Senioren- und Pflegeheim Schilling Stift zu seinem Workshop Weckworte. Auch wir waren eingeladen. Lars Ruppel – ist einer der bekanntesten Slam-Poeten Deutschlands. In seinen Workshops stellt er sich als Poesiebegeisterter vor und wird dabei unvermittelt zum Begeisterer für Poesie. Entziehen kann man sich dieser Energie kaum, wenn man Lars Ruppel erlebt. Gleichzeitig beschreibt er sehr einfühlsam was passiert, wenn Poesie auf Menschen mit einer demenziellen Erkrankung trifft. Er beschreibt Poesie als Türöffner. Alles kann passieren, Erinnerungen werden geweckt. Momente der Wachheit und Klarheit entstehen. Vielleicht ein kleines Gespräch, das viele Emotionen ausgelöst. Lachen, tanzen, auch weinen… Alles kann passieren! Alles ist besser als NICHTS! Dann geht es los… Gemeinsames Lockern der Stimmen, des gesamten Körpers. Es wird viel gelacht. Die Stimmung ist großartig, um sich an das Vortragen von Gedichten zu wagen. Techniken werden ausprobiert und geübt. Applaus und Wertschätzung durchziehen den Raum.

Ich bin begeistert von Lars Ruppel und seiner Fähigkeit Lust auf Poesie zu machen. Und ich bin begeistert von diesen jungen Menschen, die sich begeistern lassen. Ich denke: „Bewahrt euch diese Begeisterung für Poesie. Nehmt sie mit in den Pflegealltag. Was für ein Geschenk werdet ihr den Menschen machen und wie reich werdet ihr beschenkt werden.“

Nach der Pause war es so weit, die Bewohner des Stiftes kamen dazu. Aufregung lag in der Luft. Doch dann durften wir Großartiges erleben:
Es war eine Freude zu sehen, wie sich Türen öffnen und freudvolle Begegnungen stattfinden. Für einen Moment, der ganz nah, ganz innig, ganz wach war. Nicht selten wurden diese Momente durch den Rhythmus der Worte der Gedichte, durch eine Geste oder eine Berührung für einen weiteren Moment festgehalten. Das Gedicht war vielleicht bekannt oder der Reim lud ein, die Zeile zu beenden. Und auch wenn diese Momente von noch so kurzer Weile gewesen sein mögen - was bleibt ist ein warmes, ergreifendes Gefühl. Gemeinsames Lachen, eine weggewischte Träne. Auf beiden Seiten. Auf der Seite der Menschen, die an Demenz erkrankt sind und auf der Seite der Schüler, der zukünftigen Pflegenden.

Nach dem Besuch der Heimbewohner entstanden tolle Gespräche. Das Erlebte wurde reflektiert und dann gab es noch einen besonderen Impuls eines Schülers. Die Würde des Menschen stand im Mittelpunkt des Gespräches.

An diesem Tag sind wir alle mit einer besonderen Erfahrung nach Hause gegangen. Die Rückmeldungen waren auf allen Seiten positiv.
Wir freuen uns auf eine nachhaltige Zusammenarbeit mit Lars Ruppel und der AfP-Akademie für Pflege gGmbH – Hamburg und hoffen, vielen Klassen diesen Workshop ermöglichen zu können.

Helfen Sie uns dabei!

Beatrix Kalla für den Vorstand