Takt und Tatendrang – Der Zukunft Gehör verschaffen
Manchmal braucht es nur einen Raum, offene Menschen und die Bereitschaft zuzuhören, damit etwas Besonderes entstehen kann.
Wir freuen uns sehr, Teil der Veranstaltung „Takt und Tatendrang – Der Zukunft Gehör verschaffen“ gewesen zu sein. Unser herzlicher Dank gilt der M.M. Warburg & Co., TONALi und The YARD Gallery. Sie haben unserem Projekt eine Bühne gegeben und damit Menschen mit Demenz sowie ihrer kreativen Ausdruckskraft Gehör verschafft.
Wenn Worte Farben finden
Mit bewegenden Worten eröffnete Slam-Poet und Kabarettist Lars Ruppel die Ausstellung und stellte unser Kunstprojekt „Poesie & Malen für Menschen mit Demenz“ sowie das daraus entstandene Buch „Wenn Worte Farben finden“ vor.
„So etwas entsteht, wenn sich Menschen begegnen und zuhören, Geduld zu dem Treffen mitbringen und Farben und Papier, dazu Zeit und Begeisterung für das Zusammenfügen all dessen …“ Lars Ruppel
Seine Worte beschreiben genau das, was dieses Projekt ausmacht: Begegnung, Zeit und die Freude am gemeinsamen kreativen Schaffen.
Im anschließenden Gespräch berichteten Lars Ruppel sowie die Projektleiterinnen Beate Fuchs und Susanne Scheffczyk über die Entstehung des Projekts, die berührenden Erfahrungen während der gemeinsamen Arbeit und die Kraft von Poesie und Malerei, Menschen miteinander zu verbinden.
Auch das Publikum beteiligte sich mit großem Interesse an diesem inspirierenden Austausch.
Mit sehr persönlichen Worten berührte Anita Kalla, Vorstandsvorsitzende der Dr. Jürgen Köster Stiftung, die Anwesenden tief und verlieh dem Abend einen besonders bewegenden Moment.
Kunst, die Erinnerungen lebendig macht
Das Projekt „Poesie & Malen für Menschen mit Demenz“ der Dr. Jürgen Köster Stiftung entstand in Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft Hamburg.
Es verbindet die einfühlsamen Gedichte unseres Stifters Dr. Jürgen Köster mit den ausdrucksstarken Bildern von Menschen mit Demenz.
Die Gedichte öffnen Türen zu Erinnerungen, wecken Gefühle und laden zum Erzählen ein. Worte werden zu Farben, Farben zu Bildern – und gemeinsame Momente zu bleibenden Begegnungen.
Jedes Bild erzählt eine eigene Geschichte. Es gibt kein Richtig und kein Falsch – nur den individuellen Ausdruck eines Menschen.
Die Ausstellung ist bis zum 4. Juli 2026 in der THE YARD Gallery zu sehen.
Begegnung statt Bewertung und Vorurteile
Das Projekt zeigt, wie Kunst Brücken baut. Es schenkt Menschen mit Demenz Raum für Kreativität, Ausdruck und Selbstbestimmung und eröffnet Angehörigen sowie Fachkräften neue Wege der Begegnung und Kommunikation.
Im Mittelpunkt stehen nicht Krankheit oder Einschränkungen, sondern der Mensch mit seinen Fähigkeiten, Erinnerungen sowie seiner einzigartigen Persönlichkeit und Lebensgeschichte.
Kreativität kennt keine Grenzen und bleibt oft dort lebendig, wo Sprache an ihre Grenzen stößt.
Mit dem Kunstprojekt „Poesie & Malen für Menschen mit Demenz“ und dem daraus entstandenen Buch „Wenn Worte Farben finden“ möchten wir dazu beitragen, den Blick auf Demenz nachhaltig zu verändern: weg von Defiziten und Vorurteilen – hin zu Wertschätzung, Teilhabe und einem respektvollen Miteinander.
Ein besonderes Zeichen der Wertschätzung
Mit großer Freude begrüßten wir auf unserer Ausstellungseröffnung Michael Hagedorn – Fotograf, Filmemacher sowie Initiator der Kampagne und des Vereins „Konfetti im Kopf e. V.“.
Seit vielen Jahren setzt er sich mit großem Engagement für einen würdevollen und offenen Blick auf das Leben mit Demenz ein.
Mit seinem berührenden und wertschätzenden Nachwort zu unserem Buch „Wenn Worte Farben finden“ bringt er die Haltung unseres Projekts zum Ausdruck. Seine Worte unterstreichen, worum es uns geht: den Menschen mit Demenz in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen und Kreativität als Ausdruck von Menschlichkeit zu verstehen:
„Und so bleibt in mir nach dem Lesen und Schauen dieses Buches, nach dem Eintauchen in die Poesie von Sprache und Ausdruck, ein besonderer Nachhall. Wieder einmal das Gefühl dafür, dass Kunst und Poesie keine Ergänzung zur Pflege sind, sondern Teil von Menschlichkeit. Dass dort, wo Worte leiser werden, Bilder sprechen können. Und dass selbst im Vergessen und manchmal gerade deshalb noch etwas da ist, das sagt: Ich bin.“
Alles kann. Nichts muss. Was zählt, ist der gemeinsame Moment.
Das Projekt „Poesie & Malen für Menschen mit Demenz“ befindet sich seit März 2026 erneut in einer aktiven Phase.“ Im Mittelpunkt stehen Begegnung, Kreativität, Teilhabe und vor allem die Freude am gemeinsamen Gestalten.
Die Treffen finden jeden zweiten und dritten Montag im Monat von 15 bis 17 Uhr statt. Wenige freie Plätze sind noch verfügbar. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich anzumelden.
Ort: Litzowstraße 20, 22041 Hamburg-Wandsbek
Kontakt: info@alzheimer-hamburg.de
